Große Demonstration von 14 Bürgerinitiativen in Rosenheim gegen die Planung einer Hochgeschwindigkeitstrasse von München nach Kufstein am 21.1.2019

An diesem Tag kam er Bundesminister Andreas Scheuer ins Landratsamt, um der Forderung der Planungsbeteiligten nachzukommen, Nachweise über den Bedarf von neuen Gleisen vorzulegen.

Es wurde ein eindrucksvoller Protest von rund 3000 Demonstranten und vor allem auch von einer Phalanx von Landwirten mit ihren etwa 170 Traktoren.

Leider enttäuschte der Minister mit seinem Auftritt alle Erwartungen und stützte sich auf die alte Masche von Politikern, in der Sitzung vor den Bürgermeistern und Vertretern der Bürgerinitiativen einfach neue gigantische Phantasiezahlen von Wachstumsraten aus bestellten Szenarien in den Raum zu werfen, die natürlich weder nachprüfbar noch belastbar sind, aber dann als Tatsachenfeststellung in der Öffentlichkeit verbreitet werden.

Das ganze Planungsverfahren wurde durch den Minister weder transparenter noch plausibler, sondern der Eindruck verfestigt, dass wieder einmal nur die übliche Lobby bedient werden soll.

Dadurch wird das zu erwartende Planungsergebnis nicht brauchbarer und wir werden weiter daran arbeiten, dass es die nächsten Hürden im Bundesverkehrswegeplan oder in den juristischen Verfahren nicht überwinden kann.

Neues Gutachten Vieregg-Rössler GmbH zur Planungssituation im Verfahren Brennernordzulauf vom 18.6.2018

Nachdem etliche wesentliche Probleme des Planungsverfahrens von den Planern der Bahn ungeklärt, abgeblockt oder vertuscht worden sind, hat die Inntal Gemeinschaft e.V. die renommierte Vieregg – Rössler GmbH beauftragt, ein Gutachten zum Planungsstand zu erstellen.

Das Gutachten weist plausibel zahlreiche grundlegende Mängel des Planungsverfahrens nach und kommt zu dem Ergebnis, dass die vorgelegten Planungen mit Sicherheit nicht geeignet sind einen Nutzen – Kosten – Faktor von über 1,0 (nötiger Mindestwert ) für die nächsten Jahrzehnte zu erreichen.

Diese Planung muss entweder eingestellt, zurückgestellt oder stark modifiziert werden. In der vorliegenden Form ist eine Beibehaltung des Projektes im vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplans nicht möglich.

Laden Sie hier das vollständige Gutachten herunter:

VR-Brennerzulauf-Stellungnahme-Grobtrassen

Steigerung des Güterverkehrs am Brenner? Tonnenkilometer? Taktik der Bahn, aber kein Fakt!

Die DB Netze AG wirbt bei ihren Trassenvorstellungen in der Öffentlichkeit mit dem folgenden Plakat zur Entwicklung des Güterverkehrs:

Die Darstellung mit Bezug zu den Trassen vom Brennernordzulauf suggeriert, dass diese Verkehrsprognose auf den Brenner bezogen ist.

Das ist falsch und grob irreführend. Zwar befindet sich ganz unten von diesem Plakat in winziger Schrift der Hinweis, dass diese Prognose nur auf die gesamte BRD bezogen ist, aber das liest wohl kaum jemand und außerdem ist der Hinweis auf Tonnenkilometer hier völlig unsinnig.

Die Steigerung von Tonnenkilometern bedeutet nämlich lediglich, dass die transportierten tatsächlichen Tonnen immer weitere Strecken transportiert werden, von durchschnittlich heute 300 km auf künftig 350 km. Dabei bleiben aber die absoluten Verkehrsmengen, also Zugzahlen und Tonnen fast gleich.

Das in der Verkehrsprognose des Bundesministeriums vom 11.6.2014 prognostizierte durchschnittliche Wachstum im Schienengüterverkehr liegt bis zum Jahr 2030 nur noch bei 1,8 %, so dass sich am Brenner bis dahin laut offizieller Prognose fast keine Steigerung auf der Schiene feststellen lässt. Die Zugzahlen müssten sogar sinken, da ja wegen des BBT dann 750 m lange Güterzüge eingesetzt werden.

Die DB Trassen im Inntal – eine Detailbetrachtung

Die vorgestellten Trassenvorschläge der DB bergen viel brisantes – vor allem im Detail! Wichtige Punkte sind nicht verzeichnet oder erwähnt!

Ein ganz großes Problem ist der Planungsansatz, dass Rosenheim im Bereich Brannenburg an die ICE Neubaustrecke angeschlossen werden soll.

Hierfür werden drei unterschiedliche 4 – spurige Verknüpfungsstellen vorgeschlagen, die in der Karte gelb umrandet sind.

Die jeweiligen Zuleitungen von der alten Strecke Richtung Norden (ca Raubling  und Süden ca Fischbach ) werden auch noch vierspurig neu gebaut. In diesem Bereich würde dann die alte Strecke aufgehoben.

Das macht im Bereich Brannenburg/Flintsbach aber auch einen neuen Bahnhof samt Parkplätzen und Zufahrt nötig, alles mitten im Landschaftsschutzgebiet und über landwirtschaftlich genutzter Fläche.

Hinzu kommt, dass alle Trassenvarianten oberirdisch durch die krasse Engstelle des Inntals bei Fischbach mit Autobahn , Landstraße und Ölpipeline verlaufen sollen.
Und sämtliche Trassenvarianten westlich des Inns beinhalten Verknüpfungspunkte für Rosenheim.

Es stellt sich bei alldem die Frage, ob diese extremen Belastungen in den Gemeinden Raubling, Brannenburg und Flintsbach im Verhältnis zum Anbindungsverlangen  für innerösterreichischen Personenfernverkehr Wien – Salzburg – Innsbruck mit Zufahrt für Kufstein sowie Rosenheim gerechtfertigt werden können.

Trassenentwürfe der DB nun veröffentlicht

 

Grobtrassen zum Brennernordzulauf

vorgestellt von der DB Netz AG/ÖBB Infra am 18.6.2018

Bis zum 18.6.2018 war allen Planungsgremien unbekannt, wie die ICE Hochgeschwindigkeitstrasse von Kufstein um Rosenheim herum verlaufen könnte.

Die Öffentlichkeit wurde nun mit geplanten Trassenvarianten von Kufstein über Rosenheim nach München konfrontiert.

Hier finden Sie die Pläne der Trassenplanung:

Trassen

Die bis dato existierende Raumwiderstandkarte wurde ebenfalls veröffentlicht – leider sind wesentliche Aspekte wie die geologischen Felderkundungen bis dato nicht berücksichtigt.

Unten der Link zu der Karte der Raumwiderstände:

Raumwiderstand

Die vorgestellten Grobtrassenplanungen mit vielen Varianten können nicht nach der Bekanntmachung am 18.6.2018 innerhalb kürzester Zeit voll umfänglich analysiert werden.

 

Daher vorerst eine erste Stellungnahme der Inntal Gemeinschaft e.V.

 

Die ersten Trassenvorschläge enthalten Varianten, die grundsätzlich abzulehnen sind. Sie basieren auf dem größten möglichen Flächenverbrauch mitten im Landschaftsschutzgebiet Inntal Süd und der Vernichtung noch vorhandener zusammenhängender landwirtschaftlicher Flächen.

Es handelt sich um das Kernstück sämtlicher auf der Westseite des Inns befindlichen Alternativen, die sich alle durch Verbindungsstellen der neuen ICE Strecke mit der alten Bahnstrecke auszeichnen.

Diese Verbindungsstellen bestehen aus 4 parallel geführten oberirdischen Gleisen über 2 bis 3 km Länge und liegen im Herzstück des noch freien Landschaftsschutzgebietes im Bereich Flintsbach, Brannenburg und Raubling.

Um an diese Verbindungsstellen zu kommen, müsste die alte Bahnstrecke zwischen Flintsbach und Raubling aufgelassen und quer durch das gesamte kultivierte Agrarland neu verlegt werden.

Das würde die Zerschlagung landwirtschaftlicher Existenzen und auch die endgültige Zerstörung des bislang so seit 1952 gehüteten Schutzgebietes bedeuten.

Jetzt würden die intakt gehaltenen Flächen umfassend mit höchster Trennwirkung grob verbaut und zerschnitten. Dasselbe gilt für den Bereich Oberaudorf/Reisach, wo ebenfalls in einer der schönsten noch erhaltenen Kulturlandschaften eine Verknüpfung der ICE Strecke aus einem geplanten Tunnel mit der alten Bahn vor dem Kloster vorgeschlagen ist.

Seit fast drei Jahrzehnten setzt sich die Inntalgemeinschaft e.V. für den Erhalt des Inntals ein und verhinderte z.B, Steinbrüche in Flintsbach und Nußdorf, die Mülldeponie Erweiterung in Flintsbach, den geplanten Alpendom in Niederndorf/Oberaudorf, den geplanten Campingplatz in Oberaudorf oder das geplante Aventura in Kiefersfelden verhindert.

Diese Art der rücksichtslosen Planungen lässt das nötige Gespür für Zumutbares vermissen, wobei die Verpflichtung zu einem möglichst empfindsamen und niedrigen Landschaftsverbrauch einfach über Bord geworfen wird.

Derartig grobe Eingriffe sind keine Diskussionsgrundlage: Diese unverständlichen Maximalforderungen der Planer lassen keine objektive und verträgliche Diskussion zu.